Die Politik hatte sich schon einmal intensiv darum bemüht, eine Gesamtschule in Hürth zu platzieren. Der Bedarf wurde damals festgestellt und hat sich in der Zwischenzeit nicht verringert. Die Bemühungen sind durch gymnasiale Stimmungsmache in einer Jahrzehnte andauernden Scheu gemündet, dieses Thema weiterzuverfolgen.
Durch das Turboabitur und unsere gesellschaftliche Wandlung brauchen wir mehr denn je eine Ergänzung unserer Schullandschaft.
Wir hoffen mit unserer Podiumsdiskussion zur gemeinsamen Arbeit am Thema beizutragen !
Wir wollen :
- objektiv das Thema behandeln
- Wege zur Realisierung erarbeiten
- mit Eltern reden
- Experten hören
- Schulleiter zu Wort kommen lassen
uns gemeinsam mit Ihnen ein Bild machen !
Wir laden Sie herzlich zu unserer Veranstaltung zum Thema Schule / Gesamtschule im Fokus am 30.04.2010 19:00 Uhr in der Don Bosco Grundschule ein.
Was in Finnland, dem PISA-Sieger, gang und gäbe ist, haben wir Grüne auch für unsere Schullandschaft angestoßen: Kinder mit besonderem Förderbedarf sollen nach Möglichkeit nicht ausgegrenzt und selektiert, sondern an der Regelschule beschult werden. Dafür spricht Vieles:
- die Kinder, die momentan zur Sonderschule gehen, müssen weite Wege zurücklegen (von den Fahrkosten ganz zu schweigen)
- sie werden aus ihrem Wohnumfeld herausgelöst, haben am Nachmittag keine Freunde und Freundinnen, mit denen sie spielen können
- die Kinder der Regelschule haben keine Chance, Kinder mit Behinderungen kennen zu lernen, sie lernen nicht, mit ihnen umzugehen, ihnen richtig zu helfen, sie zu unterstützen. Sie lernen auch nicht, dass Kinder mit Behinderungen auch sehr starke Seiten haben
Mit dem von der Landesregierung unter maßgeblicher Anregung der Grünen herausgegebenen Vorgriffserlass können alle Regelschulen Kinder mit besonderem Förderbedarf aufnehmen. Damit diese Kinder angemessen gefördert werden können, bekommt die aufnehmende Schule 0,1 Lehrerstelle zusätzlich pro Kind. Mit anderen Worten: werden zehn Kinder aufgenommen, dann bekommt die Schule einen ganzen Lehrer mehr!
Wer sind nun die Schüler mit besonderem Förderbedarf? Damit sind alle Schüler gemeint, die nicht zur Regelschule gehen, sondern in eine der kommunalen oder kreiseigenen Sonderschulen.
Die Schulen, die sich dafür interessieren, müssen in ihrer Schulkonferenz einen Grundsatzbeschluss dazu fassen. Der Antrag muss offiziell bis zum 31. Januar gestellt werden; die Bezirksregierungen sind aber angewiesen, wegen der Kürze der Antragsfrist, diesen Termin flexibel zu handhaben.

- v.l.n.r.: Rüdiger Seydel, Wolfgang Müllejans, Birgit Schorn, Katja Dörner
von Friederike Seydel
Juni 2008
Wie sinnvoll oder wie notwendig ist gemeinsames Lernen über die 4. Klasse hinaus?
Im Löhrerhof veranstalteten die Hürther GRÜNEN am Dienstag, den 3.6.2008 eine Podiumsdiskussion zu Problemen der Schulausbildung. Vor sachkundigem Publikum nahmen Katja Dörner (wissenschaftliche Mitarbeiterin der GRÜNEN im Landtag), Wolfgang Müllejans (Schulleiter der Hauptschule Kendenich), Birgit Schorn (Schulleiterin der Grundschule Kendenich) und der Diskussionsleiter Rüdiger Seydel engagiert Stellung.
Schulerfolg leidet u.a. unter Sprachproblemen bei Schüler und unter dem frühen Entscheidungsdruck der Eltern, auf welche weiterführende Schule die Kinder gehen sollen. Katja Dörner wies darauf hin, dass es die gesetzlich vorgesehene Entscheidungshoheit der Eltern, etwa zum Besuch einer Gemeinschaftsschule, faktisch nicht gibt, da diese von den Behörden häufig blockiert wird.
Eine lebhafte Diskussion gab es dazu, ob eine integrierte Schule sowohl die Leistungen schwächerer als auch stärkerer Schüler gleichzeitig fördern kann. Dies wurde von den Schulfachleuten bejaht: Birgit Schorn betonte, dass dies viele neue Unterrichtsmethoden leisten, die es vor einigen Jahren noch nicht gab. Rüdiger Seydel wies darauf hin, dass z.B. im Mathematikunterricht ein stärkerer Schüler durchaus davon profitieren kann, wenn er die Sachverhalte einem schwächeren Mitschüler erklärt. Wolfgang Müllejans betonte, dass die Kapazität der Gesamtschulen in der Region bei weitem nicht ausreicht und schildere anschaulich die Probleme der Hauptschule als „Restschule“.
Nach zwei Stunden spannender Diskussion wurden die Gespräche in kleinen Gruppen noch lange weitergeführt. Klar wurde vor allem, dass die Problematik der Schulentwicklung ungeheuer komplex ist. Aber der Pisa-Druck zwingt zum Handeln vor Ort. Die Richtung ist „Länger gemeinsam Lernen"

